Geschichte der Pfarre Tulbing

Pfarre und Bischofssitz

Die Pfarre Tulbing dürfte im 11. Jahrhundert als Filiale der Pfarre Sankt Andrä entstanden sein. Ab 1349 wurde Tulbing eine selbstständige Pfarre, die als Lehenspfarre dem Bistum Passau zugeordnet war. Zum Pfarrsprengel der Pfarre Tulbing gehörten damals auch Katzelsdorf im Dorf und Katzelsdorf an der Zeile. 

 

Der Zehent (eine Steuer von ca. zehn Prozent) musste weiterhin an die Pfarre St. Andrä abgeliefert werden. 

Im Jahr 1785 wurde das große Bistum Passau, das zu dieser Zeit von Bayern bis an die March und die Leitha reichte, verkleinert und es entstanden die Diözesen in Ober- und Niederösterreich. Ab diesem Zeitpunkt gehörte die Pfarre Tulbing zum Bistum Sankt Pölten.


Pfarre Tulbing Foto Marktgemeinde Tulbing

Zerstörung und Wiederaufbau

Die Pfarrkirche Tulbing in der heute vorhandenen spätgotischen Form wurde im Jahr 1529 durch die Türken zerstört. Zu dieser Zeit verfügte die Pfarre Tulbing bereits über zahlreiche Grundstücke, die von der Herrschaft Passau zugewiesen worden waren. Im Jahr 1683 verwüsteten die Türken die Pfarrkirche Tulbing, andere kirchliche Gebäude sowie die zugehörigen landwirtschaftlichen Flächen während der zweiten Belagerung Wiens.

 

In den folgenden Jahren wurde die Pfarre Tulbing aufgrund der Zerstörungen der Pfarre Königstetten zugewiesen und hatte keinen eigenen Pfarrer. Die Gemeinde Tulbing ersuchte daraufhin das Kloster Seitenstetten um Unterstützung, weshalb sich der dortige Abt bemühte, Tulbing als Klosterpfarre zu übernehmen. Dies wurde jedoch vom Bistum Passau nicht genehmigt und die Pfarre Tulbing blieb eine Weltpriesterpfarre. Ab 1686 hatte Tulbing wieder einen eigenen Pfarrer, ab 1701 wurde die Kirche wieder errichtet.

Pfarre Tulbing Foto Secom



Pfarre Tulbing Foto Secom

Pfarre Tulbing Foto Secom


Modernisierung

Mitte der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts erhielt die Pfarrkirche Tulbing drei neue Stahlglocken, die am 15. Oktober 1922 in Wien geweiht wurden. Nach der Renovierung des Innenraumes im Jahr 1980 wurde neun Jahre später die große Orgel restauriert. Das Gotteshaus erhielt 1996 eine Kirchenheizung, anschließend wurde die Pfarrkirche Tulbing außen renoviert. Die Neugestaltung des Altarraumes erfolgte 2006. In den Jahren 2012 und 2013 wurden die Zugangswege gepflastert und die Kirchenstiege saniert.

 

Im 18. Jahrhundert wurde das Pfarrhof-Stöckl errichtet und der damalige kleine Pfarrhof ausgebaut. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Pfarrhof grundlegend renoviert und erweitert. Auch im 20. Jahrhundert, zwischen 1965 und 1975, wurde der bereits desolat gewordene Pfarrhof saniert.